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Aktuell

Ich freue mich, dass Sie sich für mein Taijiquan- und Qigong-Angebot interessieren.

Meine Kurse sind als Präventionskurse von vielen Krankenkassen bezuschussungsfähig. Ich bin Mitglied im Netzwerk Bundesvereinigung für Taijiquan und Qigong (BVTQ) und von diesem auch als Taijiquan-Lehrerin und Qigong-Lehrerin zertifiziert.

Demnächst gehen wieder neue Kurse und Kompaktkurse los. Auch der Einstieg in laufende Kurse ist möglich.

  • Seidenfaden-Qigong in Mainz-Laubenheim, samstags 10 bis 11 Uhr und anschließend eine halbe Stunde 18er Wudang-Sanfeng-Taijiquan.
  • Qigong in Ginsheim-Gustavsburg, montags, 16.55 Uhr im FitPro Center Ginsheim-Gustavsburg (nicht in den hessischen Sommerferien).
  • Frisch und entspannt mit Qigong Freitags 17.15 bis 18.45 Uhr in Wiesbaden im  IRS Gesundheitszentrum, Dernsches Gelände.
  • Taijiquan (18er Wudang Sanfeng) im Kurpark freitagsabends 19 Uhr bis 20.30 Uhr
  • 12-Brokate-Qigong gibt wieder donnerstags im Kurpark Wiesbaden 18 bis 19 Uhr (November bis Anfang/Mitte Mai 14 bis 15 Uhr).
  • Kompaktkurse 18er Wudang Sanfeng-Taijiquan finden statt am 23./24.6.2018 und 11./12.8.2018 im Schlosspark Biebrich.

Weitere Informationen und Details zu den Kursen finden Sie hier.

Wenn Sie zwischendrin in einen laufenden Kurs einsteigen oder nach einiger Zeit wieder einsteigen möchten, ist das grundsätzlich kein Problem. Bitte nehmen Sie gern gleich hier Kontakt auf oder rufen mich an (Tel.: 0611/2052293).

Ich komme gerne auch in Ihr Unternehmen/Ihre Praxis oder Schule, um Ihre Mitarbeiter/Patienten/Schüler oder Mitglieder zu unterrichten.

Einen Flyer für die schnelle Übersicht können Sie sich hier herunterladen. Weitergehende Informationen finden Sie hier auf dieser Seite.

Vielen Dank für Ihr Interesse und

herzliche Grüße

Midia Nuri

Ab nach draußen II

Die Zeit für Mützen ist definitiv nun vorbei. Nun stellen sich beim Training draußen andere Fragen.  Beim Schutz vor Wetter geht es nun um Hitze. Und vielleicht Mücken. Und Sonnenschutz.

Nach wie vor ist draußen Trainieren eine feine Sache und machen wir das auch mit dem ein oder anderen Kurs – heute etwa geht der Qigong-Kurs 12 Brokate im Kurpark wieder los. Das mit den Glückshormonen und dank Bäumen und üppiger Blumen auch der erhöhten Sauerstoffaufnahme bleibt uns in der warmen Jahreszeit erhalten – beziehungsweise gewinnt dann eigentlich erst an Intensität, verglichen mit der kahlen Winterlandschaft.

Fürs Training draußen empfiehlt sich jetzt:

  • Sonnenschutz: Um 18 oder auch 19 Uhr strahlt die Sonne nicht mehr so stark auf uns herab. Wer empfindliche Haut hat, sollte trotzdem zumindest leichten Sonnenschutz auftragen. Die Haut an Nase, Stirn, Wangenknochen, Lippen und auch Ausschnitt wird es danken.
  • Kleidung: Lernen von den Beduinen – leichte, luftige, weite und eher lange Kleidung tragen – hilft gegen Hitze.
  • Schuhe: Ich empfehle leichte Schuhe aus Segeltuchmaterial. Das können handelsübliche Sneakers sein. Und es gibt auch diverse Kungfu-/Taiji-/Taekwondo-Schuhe insbesondere, die sich hier eignen, zum Beispiel von Feiyue, Kwon oder Shuang Xing (Vorteil: deutlich abriebfestere Sohle) zum Beispiel bei wu designs.
    Tipp: Ich behalte die Schuhe auch bei schönem Wetter meist an, auch wegen tieffliegender Bienen, auf die man leicht tritt. Wer mag, kann natürlich auch barfuß im Park üben. Aber Vorsicht: Selbst im Kurpark habe ich von dutzendfachem Befall mit kleinsten Zecken die gesamte Beinlänge hoch nach Barfußlaufen über die Wiese gehört. Also: anschließend gut die Haut absuchen. Ist besser.
  • Jacke/Shirt: Was zum Drüberziehen kann je nach Wetter auch im Sommer nicht schaden – gerade beim Taijiquan schwitzen wir ja auch. Und das Wetter kann doch zum Abend hin auch mal kühler oder etwas windiger werden. Langes T-Shirt oder vielleicht auch mal eine Kapuzenjacke ist daher gutes Gepäck.
  • Wertsachen: Und auch zu dieser Jahreszeit natürlich wieder: Wertsachen soweit möglich zuhause oder im Kofferraum lassen.

Ich freu mich auf’s Training. Drinnen und draußen.

Blasenentzündung: Was tun, wenn’s ziept?

Gerade Frauen handeln sich in der teils noch kühlen oder windigen Übergangszeit schnell mal eine Blasenentzündung oder Blasenreizung ein. Vor allem, wer gern draußen sitzt oder wie ich und einige meiner vor allem Schülerinnen auch gern draußen trainiert. Mit etwas Glück klingen leichtere Symptome dank einiger Hausmittelchen rasch wieder ab. Bei wem das nicht der Fall ist, der/die sollte natürlich mit den Beschwerden zum Arzt oder Heilpraktiker  gehen – klar.  Aber auch klar: Einige Hausmittel und auch Selbstakupressur bewähren sich doch immer wieder.

Zum Trinken für die Blase:

  • Brennesseltee spült die Blase gut durch. Unbedingt empfehlenswert.
  • Auch Kamillentee ist dank seiner nachgewiesen entzündungshemmenden Wirkung nicht verkehrt und auch bei Blasenbeschwerden oft hilfreich.
  • Und ansonsten immer und auch nun über den Tag verteilt: heißes Wasser oder Tee ganz nach Geschmack.

Zum Drücken – Akupressur bei Blasenbeschwerden

Außerdem hilfreich ist Selbstakupressur. Einige bei Blasenentzündung oder -reizung hilfreiche Punkte sind leicht zu finden und man kann bei der Selbstbehandlung auch nichts falsch machen (also außer nicht zum Arzt zu gehen, obwohl es nötig wäre – siehe oben. Wenn die Beschwerden anhalten, sollten Sie damit nicht zögern, auch um zu vermeiden, dass die Infektion „hochwandert“ und sich womöglich auswächst).

Zur Methode der Akupressur

Es wird nicht massiert, sondern zumindest erst einmal nur gedrückt. Also: Fingerspitze möglichst steil in den beschriebenen Punkt hineindrücken nach einiger Zeit (eine halbe Minute oder auch länger) den Finger lösen und dann wieder drücken. Ein paarmal wiederholen, insbesondere, wenn der Punkt druckempfindlich ist. Der Druck sollte (auch dann) nicht zu leicht sein, aber auch nicht zu doll: bis an die Schmerzgrenze heran darf es gehen – sollte aber diese nicht überschrschreiten.

Faustregel: Wo ein Knochen ist, ist auch ein Punkt. (Und nicht nur da.)

Hier eine Auswahl leicht zu findender Punkte:

  • Chengfu (Blase 50): diese zwei Punkte finden sich jeweils auf der Mitte der Gesäßfalte, also zwischen Gesäß und Oberschenkel links und rechts. Am besten beide Punkte zugleich drücken. Hier eine gute Abbildung.
  • Ebenfalls hilfreich: gleich danach den Punkt am Steißbeinende drücken (Changqiang, Dumai 1, Lenkergefäß)
  • Auch gut und leicht zu finden: Yanglingquan (Gallenblase 34): findet sich links und rechts vom Knie abwärts die Wade herunter (am besten sitzend) auf der Hinter-/Unterseite des dort gleich oben herausstehenden Wadenbeinköpfchens. Einfach den druckempfindlichsten Punkt an dieser Stelle suchen und drücken. Abbildung hier.
  • Und wer mag noch: Guanyuan, vier Fingerbreit unter dem Bauchnabel (Renmai, Dienergefäß 4)

Tipp: Wem das zuviel ist, nimmt sich nur den ersten Punkt vor und trinkt Brennessel- und Kamillentee. Wem das angenehm ist, sollte sich eine Wärmflasche mit ins Bett nehmen. Und natürlich immer gut: richtig ausschlafen.

Beim Abwärmen nach dem Qigong oder Taijiquan klopfen und massieren wir zum Abschluss jeder Stunde zum Schluss den unteren Rücken mit den Fäusten. Auch das ist lindernd beziehungsweise beugt regelmäßig ausgeübt im Idealfall auch mittel- bis langfristig neuen Blasenenreizungen vor.

Beim nächsten Training zumindest im Frühjahr und Herbst dann am besten doch nochmal wärmere Socken für drüber anziehen oder mitbringen und/oder bei windigem Wetter vielleicht doch sogar eine Leggins unter die Trainingshose ziehen. Und im Café, Restaurant oder Biergarten draußen vielleicht doch eine der dort oft angebotenen Decken um die Taille wickeln.

Gute Besserung beziehungsweise gute Gesundheit wünsche ich Ihnen/Dir.

Ab nach draußen

Das Wetter lässt zum Glück nun doch hoffen, dass wir am kommenden Donnerstag nicht bis zu den Knöcheln im Schnee einsinken werden. Es riecht bereits zart nach Frühling. Ich freue mich daher besonders auf das Training im Wiesbadener Kurpark, das bald beginnt.

Draußen zu üben ist eine feine Sache. Es liegt auf der Hand: Wir atmen frische Luft. Die Naturgeräusche und auch das allmählich wieder sprießende Grün tun uns gut, das haben Studien bestätigt. Die Luft ist dank der Bäume um uns herum reicher an Sauerstoffionen, auch das hilft unserer Gesundheit. Und wenn die Sonne hervorkommt, bilden wir auch wieder auf natürlichem Weg das für die Aufnahme von Calcium in die Knochen unbedingt notwendige Vitamin D. Üben im Freien Studien kurbelt zudem einer Studie zufolge die Produktion von Glückshormonen stärker an, als drinnen zu üben.

Viele gute Gründe also für Qigong und Taijiquan im Freien.

Wichtig ist allerdings, dass wir uns gut einpacken. Also auch wenn die Sonne scheint, empfehlen sich für die kühle und auch Übergangszeit möglichst:

  • eine warme und winddichte Jacke,
  • Wollsocken in den Trainingsschuhen
  • bei kaltem Wetter außerdem lange Unterwäsche unter der Trainingskleidung.

Ich persönlich bin Fan von Mützen und kann diese nur wärmstens empfehlen. Wind ist nach traditioneller chinesischer Medizinlehre (TCM) die „Speerspitze aller Krankheiten. Vor ihm sollten wir uns also auch und gerade beim Training von Qigong und Taijiquan gut schützen.

Bei dann sicher demnächst auch rasch wieder wärmer werdendem Wetter hat sich bei mir zum Wechseln eine Steppweste sehr bewährt – sehr empfehlenswerter Teil eines sinnvollen Zwiebellooks im Wechsel mit dann vielleicht beim Training auch mal zu warmer Winter- beziehungsweise Windjacke.

Und noch ein Tipp: Wertsachen am besten zuhause oder im Büro bzw. Auto lassen. Wir legen sie zwar stets so, das sie im Blick und dadurch auch zumindest etwas geschützt sind – aber sicher ist sicher.

Tinnitus: Klopfen hilft gegen Klingeln und Rauschen

Fast jeder hat in seinem Leben irgendwann schon mal Ohrgeräusche ohne äußere Schallquelle vernommen: Rauschen, Summen, Fiepen oder auch etwa Klopfen. Ohrensausen beziehungsweise nach drei Monaten chronisch: Tinnitus. Insgesamt leiden rund drei Millionen Menschen bundesweit dauerhaft unter diesen Beschwerden.

Wir haben in unserem reichen Qigong-Schatz ein offenbar höchst wirksames Mittel gegen Ohrensausen und Tinnitus. Das habe ich vor einiger Zeit durch ein Video erfahren, das bei Facebook kursierte. Darin ist zu sehen, wie Forscher des Tinnitus Cognitive Center in den USA seelisch bereits teils hochbelasteten Patienten mit chronischem Tinnitus diese sehr einfache Methode anwenden lassen. Und sämtliche Probanden waren danach ihr Ohrgeräusch los.

Wer in meine Kurse kommt, kennt die Übung aus dem Abschlussprogramm. Sie ist höchst einfach:

  1. Legen Sie die Hände auf Ihre Ohren und die Mittelfinger beider Hände zugleich auf den unteren Rand des Hinterkopfschädels.
  2. Die Zeigefinger legen Sie auf den jeweils danebenliegenden Mittelfinger und lassen sie dann einige Male „schnacken“ – also Sie klopfen ähnlich wie beim Schnipsen mit den Zeigefingern auf die Stelle knapp unterhalb der Schädelkante.

36 Mal machen klopfen wir in unserer Abschlussübung.

Wer die Übung nicht kennt: Sie wird in dem Video anschaulich erklärt. Ich übe sie seit Jahren und sie gehört nach Abschluss der Übungen zum festen Programm. Selten habe ich mal ein kurzzeitiges Fiepen im Ohr – dann habe ich es nun mal gezielt mit der Klopfmethode probiert, das geht ja überall, und kann bestätigen: Es wirkt. Daher wärmste Empfehlung für den akuten oder auch chronischen Fall der Fälle.

Natürlich gilt: Wer dauerhaft oder häufig unter lästigen Ohrgeräuschen oder auch anderen gesundheitlichen Beschwerden leidet, sollte sich von einem Arzt untersuchen lassen. Lieber sichergehen, dass keine ernsthafte Erkrankung hinter den Beschwerden steckt.

Mit dieser einfachen Übung bekommt ihr euren Tinnitus in nur einer Minute in den Griff

Wo Licht und Schatten sich begegnen

Taijiquan ist eine Kampfkunst und zugleich Form von Qigong, Meditation in Bewegung – unabhängig von Stil oder Schule. Wir üben den Bewegungsablauf in einer möglichst natürlichen Langsamkeit aus, die uns erlaubt, auch feine innere und äußere Bewegung wahrzunehmen. Was wir schnell in einer oder zwei Minuten vollführen können, gewinnt an Detail und Farbe in der Verlangsamung. Plötzlich erschließt sich eine ganze Welt, auch im Seidenfaden-Qigong (samstags in Mainz-Laubenheim). Dieses Musikvideo von einer eigentlich nur wenige Sekunden dauernden Sequenz verdeutlicht das.

Nachgiebigkeit und Weichheit zeichnen Taijiquan als Kampfkunst aus. Von innen geführte Bewegungen, die einen starken Effekt haben – nicht nur nach innen, auch nach außen: „Mit vier Unzen bewege tausend Pfund.“, heißt es in einem der Klassiker, dem Taijiquan Lun von Wang Zongyue.

Einer der Gründungslegenden des Taijiquan zufolge hat der Mönch Zhang Sanfeng vor vielen Jahren einmal in der Natur den Kampf zwischen einer Schlange und einem Kranich beobachtet. Die Schlange wich den stechenden Bewegungen des Kranichs weich aus, der Kranich gab schließlich den Kampf auf und zog ab. Durch diese Beobachtung inspiriert soll Zhang Sanfeng die Kampfkunst Taijiquan entwickelt haben.

Yin und Yang, die Harmonie der Gegensätze, ist das grundlegende Prinzip, mit dem wir im Qigong wie im Taijiquan arbeiten. Wo etwas aufsteigt, wird auch etwas sinken, wo etwas nach außen drängt, zieht sich zugleich etwas zurück. Und in dem Weichen ist immer auch etwas Härte enthalten sowie umgekehrt. Yin und Yang sind dabei immer nur Gegensätze in ihrem jeweiligen Verhältnis zueinander – sie sind also nicht absolut, sondern definieren sich über ihr Gegenteil, von dem sie auch einen kleinen Anteil in sich enthalten. Außerdem ist der Moment des höchsten Yang immer auch der Moment, in dem Yin wieder zunimmt – und umgekehrt.

In seiner ursprünglichen Bedeutung heißt Yin soviel wie schattig, schattiger Ort, schattige Seite eines Berges, während Yang für die sonnenbeschienene Seite oder eine sonnenbeschienene Anhöhe steht.
Das hierzulande mittlerweile schon recht bekannte Yin- und Yang-Symbol von der Harmonie der Gegensätze wird Taijitu genannt. Taijiquan ist also eine buchstäblich harmonische Kampfkunst. Dabei bedeutet Taiji soviel wie das höchste Größte, der höchste First. Oder eben auch der Gipfel des Berges, an dem sich Licht und Schatten begegnen.

Mit Blick auf die ursprüngliche Bedeutung von Yin und Yang – die schattige und die sonnenbeschienene Seite eines Bergs – gefällt mir diese Installation der Künstlerin Danae Stratou in der Wüste Sahara besonders gut. Sie zeigt Yin und Yang auf sehr ursprüngliche Weise – und das auch noch spiralförmig, was ein weiteres wichtiges Funktionsprinzip unserer Übung ist, wie auch überhaupt des menschlichen Körpers. Spiralförmig ist unsere natürliche Art uns zu bewegen.

Hier ein Video der Künstlerin.

Neijingtu

Bekannt ist der bereits erwähnte Weiße-Wolke-Tempel für das Neijingtu, eine große und dazu noch eine der wichtigsten daoistischen Übersichtstafeln, die dort hängt. Das Neijingtu ist die Karte unserer inneren Landschaft, unseren inneren Gewebes.

Zu sehen ist eine Seitenansicht unseres Körpers, und sie verzeichnet – anders als der westlichen Medizinlehre nach üblich – nicht unsere Blutgefäße, Nerven, Knochen oder nach TCM-Art womöglich die Meridiane (also die Leitbahnen unserer Lebensenergie Qi), sondern die Karte spricht in Bildern zu uns: über unsere Energie und deren klimatischen Zustände sowie Bewegungsrichtungen, mit denen wir im Qigong (beispielsweise im himmlischen Kreislauf) arbeiten (Arbeit = Gong, wie in Qigong, Qi = Lebensenergie, aber auch und sehr wichtig: Atem, Dunst).

Weiße Wolke

Wolken haben für Daoisten als Sinnbild von Reinheit und Leichtigkeit große Bedeutung. Besonders weiße Wolken haben es den Daoisten angetan: Sie sind als die leichtesten – von Regenwasser unbeschwertesten – Dampfgebilde dem Himmel am nächsten. Und so ist auch das Ansinnen der Daoisten, uns mit der Kultivierung unserer inneren und äußeren Praktiken selbst rein und durchlässig zu machen – frei von dem, was unser Herz, Gedanken oder auch Seele beschwert: jeden Tag aufs Neue.

Die Farbe Weiß ist aufgeladen mit diesem Symbolismus. Weiß ist daher auch die Farbe der Taiji-Uniformen an den Schulen in den Wudangbergen. Eine der größten Tempelanlagen und einziges größeres aktives Kloster in Beijing (Peking) ist der Weiße-Wolke-Tempel oder auch Kloster der Weißen Wolke. Meister Guan Yongxing hat hier sein Studium der daoistischen Philosophie absolviert.

Das strahlende bis silbrige Weiß einer von Licht beschienenen Wolke ist auch der jetzt im Herbst vorrangigen Wandlungsphase Metall zugeordnet. Die Wandlungsphase Metall ist der traditionellen chinesischen Medizin zufolge Lunge und Dickdarm zugeordnet. Jeder Wandlungsphase gehört ein sogenannter Spirit an, was nicht weiter spektakulär klingt, wenn wir uns vor Augen halten, dass auch wir nach westlichem Verständnis die Spirits benennen – nur eben erst, wenn wir aus dem Gleichgewicht geraten sind: Dann ist rasch jemand von allen guten Geistern verlassen, wie es im Volksmund so schön heißt. Die Daoisten nutzen die Spirits hingegen, um den gesunden Zustand des Menschen zu erfassen – Teil des Konzepts der fünf Wandlungsphasen (Wu Xing).

Und so ist die der silbrig-weißen Wandlungsphase Metall zugeordnete Geist oder Spirit die Körperseele „Po“. Sie ist stark, wenn unsere Lungenenergie stark ist – dann besitzen wir Mut und Tatkraft. Po baut sich aus dem Qi der Lunge ihre Hütte, lerne ich in meiner Ausbildung bei Gerhard Milbrat. Im Wudang-Wuxing-Qigong üben wir für die Wandlungsphase Metall die Schlange und stärken damit das Organsystem Lunge sowie die Haut. Im Wuxing-Qigong der inneren Schule der Longmen-Tradition üben wir unter anderem mit der Vorstellung einer weißen Wolke.

Von der Körperseele Po habe ich irgendwo gelesen, dass sie auch übersetzt wird mit „Wolkengeist“. Sich die Lunge und auch den Dickdarm (die beide der Wandlungsphase Metall zugeordnet sind) als weiße Wolke vorzustellen, ist eine sehr hilfreiche Vorstellung beim Üben oder auch einfach zwischendurch im Alltag, die ich hiermit sehr empfehle. Wir pressen unseren Atem nicht heraus, sondern lassen ihn als weißes Wölkchen entweichen – möglichst vollständig. Und in Ruhe können wir uns auch vorstellen – fühlen –, wie sich in unserem Inneren eine weiße Wolke ausbreitet: über den gesamten Rumpf. Lunge und Dickdarm sind Yin und Yang-Bestandteil derselben Wandlungsphase – und so in friedlicher Harmonie vereint, gern durch eine große weiße Wolke. Diese kann dabei sehr hilfreich sein, auch praktisch – nicht nur symbolisch.

Tipp: Zwiebel ist das Lungengemüse, vorbeugend und heilend bei Infekten. Und Ingwer – mit heißem Wasser übergossen und etwas Rohrohrzucker dazu – wärmt uns in der kalten Jahreszeit von innen her.

Der Mensch pulsiert

Der Mensch hat wie die meisten Lebewesen eine eingebaute Uhr. Unser Leben verläuft in sich wiederholenden Biorhythmen – unser bekanntester Biorhytmus: der Schlaf-Wach-Rhythmus.

Die daoistische Medizin – beziehungsweise traditionelle chinesische Medizin (TCM) – weiß das schon lange. Sie unterteilt den Tag in zwölf zweistündige Intervalle, in denen je ein Organ samt dazugehörigem Funktionskreis am aktivsten ist. In diesem Zeitfenster ist es am wirksamsten, Übungen oder Behandlungen für das jeweilige Organ anzuwenden.

Es geht hier um natürliche Rhythmen, und so passt es gut, dass wir nachts im Idealfall die Augen schließen und schlafend durchatmen – so stärken wir entsprechend der TCM-Organuhr Leber und Lunge. Und morgens tun wir mit einem gesunden Frühstück dem Magen etwas Gutes.

Auf diversen Internetseiten und sozialen Medien kursiert diese sehr anschauliche und gut gemachte Grafik. Neben der Organuhr zeigt sie außerdem gleich mit an, wie der zum jeweiligen Organ gehörende Meridian an unserer Körperoberfläche verläuft, die Leitbahn für unsere elektromagnetische Energie (Qi). Auch die Fließrichtung ist abgebildet. So können wir beizeiten – gemäß der Organuhr – dort entlang streichen oder klopfen und die Energie des Organs so ebenfalls unterstützen.

Eine effektive Dehnung aller Meridiane erreichen wir mit dem 12-Brokate-Qigong nach Wudang-Sanfeng-Art, hier im Video vorgeführt von Meister Guan Yongxing.

Auch die westliche Medizinlehre kennt circadiane Rhythmen. Der diesjährige Medizin-Nobelpreis ging an zwei US-Forscher, denen es gelang zu erklären, wie Menschen, aber auch Pflanzen und Tiere ihren biologischen Rhythmus anpassen.

Die an diesem Wochenende bevorstehende Zeitumstellung werden Sie/wirst Du hoffentlich gut überstehen – die Winterzeit ist ja gewissermaßen unsere natürliche Normalzeit und so ist die Umstellung meist einfacher als die zum Sommer hin. Drücken wir mal die Daumen, dass die EU uns demnächst die gesundheitlich durchaus nachgewiesen zehrende Umstellung auf die Sommerzeit erspart – dies wird derzeit verhandelt. Vielleicht dürfen wir unsere geschenkte Stunde ja dann vom nächsten Jahr an behalten.